Eine historische Kreuzeryacht restaurieren und segeln.


Die Restaurierung

Seit Februar 2025 restauriere ich Stella. Tatkräftig unterstützt werde ich dabei von meiner Partnerin, meiner Familie, dem vorherigen Eigner und einigen engagierten Freunden, sowie unserem „Schutzengel“ Fredrik, einem begnadeten Holzbootsbauer aus der Nachbarschaft. Die Entscheidung zu einer tiefgreifenden Restaurierung traf ich entgegen der Einschätzung eines Gutachters, und vieler anderer Leute, denen ich das Projekt vorstellte. „Stella“ war ja bisher jede Saison gesegelt, vielleicht müsste die Außenhaut neu lackiert, vielleicht auch das Deck an einigen Stellen neu abgedichtet werden, aber sie sei ein grundsolides Schiff und sollte im Sommer auf jeden Fall wieder ins Wasser kommen – so zumindest die vorherrschende Meinung



Dass Stella jedoch dringend mehr als einen neuen Anstrich Antifouling brauchte, war seit Juni 2025 meine Annahme. Da ich zumindest einen originalgetreuen Innenraum rekonstruieren wollte, entfernte ich zunächst das alte Sperrholz – Interieur. Beim Ausbau des alten Innenraums aus den sechziger Jahren wurde mein ursprünglicher Verdacht bestätigt. Der pragmatische Innenausbau sollte möglichst vielen jugendlichen Trainees Platz bieten, vernachlässigte jedoch die strukturellen Notwendigkeiten des Rumpfes nahezu vollständig und verdeckte außerdem weitere Schadenspunkte. So war keines der ursprünglichen Schotten erhalten, fast alle neu verbauten Schotten waren weder an Spanten noch an Decksbalken befestigt und gestatteten dem Rumpf dadurch deutlich zu viel Flexibilität in der Längsachse. Dadurch entstandene Lecks im Deck sorgten für zahlreiche Korrosionsprobleme unter Deck, vor allem an strukturell wichtigen Stahlbauteilen.


Diese freizulegen, sie vor weiterer Korrosion zu schützen oder ggf. auszutauschen hat im Augenblick die höchste Priorität bei der Restaurierung. Da sich die gravierendsten Schäden im Mastbereich im Vorschiff befinden, gilt diesem dabei unser Hauptaugenmerk. Nicht zuletzt, weil die Rüsteisen und der Mastfuß, auf welche der lange Aluminiummast ungeheure Kräfte ausübt, ebenfalls stark korrodiert sind. Auch die original erhaltende Außenhaut aus Pitch Pine wird dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen.



Nach dem Austausch der korrodierten Bodenwrangen durch rostfreien Edelstahl und der Konservierung der Holzbauteile steht als nächstes die Konstruktion eines neuen Innenausbaus an, welcher sich einerseits aus den historischen Vorgaben des Germanischen Lloyd für Kreuzeryachten und Max‘ Oertz Gestaltungsideen, andererseits aus den modernen Bedürfnissen auf Kreuzeryachten ergibt.

Ein zweites qualifiziertes Gutachten unseres Holzbootsbauers Fredrik soll diesen Sommer die weiteren notwendigen Schritte zur Konservierung und Restaurierung klären. Wahrscheinlich müssen auch Planken ausgetauscht, das Deck neu kalfatet, sowie das Kajütdach neu gebaut werden.


Danach sind unsere Pläne vielfältig: neben den regulären Pflegearbeiten im Winterlager sollen auch noch andere, deutlich größere Projekte realisiert werden: der Check und Austausch der verbliebenen originalen Kielbolzen, die Wiederherstellung des originalen Yawl-Segelplans von 1906, den sich Walter Protzen als handliche Kreuzertakelage von Max Oertz nachfertigen ließ, und viele weitere.

Für all diese Arbeiten investiere ich einen Großteil meines (sehr begrenzten) Privatvermögens und unzählige Arbeitsstunden, um die Kosten der Restaurierung so niedrig wie möglich zu halten und eine Verbindung zum historischen Handwerk des Holzbootsbaues aufzubauen.

Ich möchte die Restaurierung und Erhaltung eines derart wichtigen Kulturdenkmals für die maritime Geschichte in Deutschland und im gesamten Ostseeraum jedoch nicht von mir persönlich abhängig machen, sondern „Stella“ als historische Kreuzeryacht der deutschen Öffentlichkeit zugänglich machen. Für den Erhalt einer der ältesten Erhaltenen klassischen Yachten der Ostsee brauchen wir deshalb dringend eure Hilfe.